Erdbeben auf der Weltbildoberfläche: Ich und Istanbul

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Trotz meiner wunderbaren Arbeit und der schönen Reise, gibt es doch auch Dinge, die mich schwer erschüttern und mich an der Welt zweifeln lassen. Am Samstag sollten meine türkischen Musiker zu mir nach Berlin kommen. Aber der Visumsantrag wurde vom deutschen Generalkonsulat in Istanbul abgelehnt. Wir können die Gründe nicht verstehen, denn sie machen keinen Sinn. Seit ich mit Istanbul in Verbindung stehe, werden ganz viele meiner Grundfesten erschüttert. Erst mein Selbstverständnis von Gleichheit zwischen Mann und Frau. Nicht auf einer deutliche und klaren Ebene, wie ich es schon von meinen Deutschtürken im Wedding kannte, sondern wesentlich subtiler. Dann habe ich das Konzept von Heimat in Frage gestellt, weil es mir sehr europäisch vorkommt. Später Demokratie. Wenn die Türkei in die EU will, dann sollte da noch einiges passieren. Und nun verstehe ich mein eigenes Land nicht mehr, weil dieser Antrag auf ein Visum abgelehnt wurde.