noise und Electronic Music

Ganz links sieht man meine liebe Tuna. Sie war gerade in Amerika und hat dort elektronische Musik gemacht. Ich verstehe diese "Musik" nicht. Und jetzt will ich auch mal wissen warum.
Also, mein Gehör sucht nach Sinneinheiten, nach Struktur und nach Form. Form- und Sinngebend sind Wiederholungen und Pausen. Es gibt Wiederholungen, aber die Ausfallzeiten und die Störungen zwischen Ihnen sind zu groß, um die Wiederholung eines klanglichen Ereignisses sinngebend werden zu lassen. Nach dem Motto meines Mitmusikers Sinan "Silence is an Option" kann die Pause eingesetzt werden, muss aber nicht, wird sie hier auch nicht.
Melodie, Harmonie oder ein anderer tonaler Bezugsrahmen ist auch nicht gegeben. Das ist für mich als Fan großer, pathetischer Melodien natürlich problematisch.
Und was mich an Noise und der elektronischen Advantgarde wirklich ausnahmslos irritiert, ist diese unglaubliche Geschäftigkeit hinter Bildschirmen oder Reglern, die für mich in einem unglaublichen Widerspruch zum Output steht. Hören und Sehen gehen für mich einfach nicht zusammen. Wenn ich doch so konzentriert in meinem Bildschirm glotze oder hin und her springe zwischen Midicontrollern und der Software, dann muss doch was anderes rauskommen, als eben "Krach".

So, nun habe ich das endlich geklärt und kann frühbarocke "Grounds" schneiden, die ich dann zu elektronischer Musik mit Melodie, Wiederholungen und Rhythmus zusammen baue.

Glück des Reisens

Ich bin auf der Reise. Wie eigentlich fast immer im Moment. Im Moment bin ich in Dresden, aber gleich geht es zurück nach Berlin mit einem kleinen Boxenstopp in Potsdam. Und nächste Woche geht es endlich wieder zum Musik machen in mein geliebtes Istanbul. Wenn mein reist, trifft man Reisende, Haltlose, Verirrte, Grenzgänger, Denker, Unpassende, Flüchtende, Verdorbene, Künstler (wie trivial), Weltenbummler, Entdecker und viele andere Gestalten mehr. Die gehören alle zur gleichen Zunft, den Menschen, die aus welchen Gründen auch immer nicht mit dem Arsch zu Hause bleiben können.

Neulich traf ich Matan und Ori. Matan ist nach Kalifoenien gegangen und Ori hat mir gerade geschrieben, der macht sich morgen nach Paris auf.

Ich hätte gerne noch mit ihm gejammt, aber ich war selten da und wenn, wollte ich einfach mal auf Balkonien sitzen, diesem fernen, fast vergessenen Land meiner Wahlheimat. Aber... ich sehe hn bestimmt einmal wieder, das ist sicher. Die Frage ist nur: Wo?

Freude im Krankenbett

Nun liege ich schon seit Sonntagabend im Bett. Eine fiese Bronchitis mit Nasenenebenhöhlenentzündung fesselt mich ans Bett (eine schöne, altertümlche Formulierung).Früher hätte ich mich bestimmt selbst gescholten, wie ich denn so wenig habe auf mich achten können, dass mir das passiert, blala... heute muss ich über mich lachen, dass mir immer noch so etwas passiert. Aber mein Leben ist gerade sooooo schön, ich mag einfach keine Pausen machen, bis es mich zu einer Pause zwingt. Für das nächste Jahr plane ich echte Pausen ein, das habe ich mir versprochen.

Meine Ruhe versüße ich mir mit glotzen.
- True Blood / Season 3: http://serienkiller.posterous.com/true-blood-staffel-drei-antithese-zum-kuschel
- State of Play / BBC / 6Teiler: Ich mag dieses Format, es ist kurzweilig und läßt doch Raum für Nebenhandlungen und Tiefe der Charaktere - State of Play / Kinofilm: Wie kann Russell Crowe einen John Simm ersetzen? Und: Die Ami's können einfach keine guten BBC-Remakes produzieren. Aber wie sollte man auch?
- BBC-Doku-Reihe: The Power of Nightmares: Hui, das sind mal gewagte Thesen: der Neoliberalismus Amerikas und die radikal-islamistische Bewegung geht zurück auf Claude Levi-Strauss. Und: Al Qaida ist gar kein weltweites Terrornetzwerk? Wat getz?
- Me and Oson Wells / Kinofilm: Ok, Zac Efron ist doch ok. Er kann Schauspielern und hat wirklich eine wunderschöne Stimme. Die Musik und die Kostüme sind wunderschön. Wunderschön: Claire Danes.
- Cherrybomb / Kinofilm: Ich bin so froh, heute nicht mehr Teenager zu sein. Schön, dass es in meiner Jugend noch kein Extasy gab... und keine Handys, spannend finde ich aber, wie hier die SMSen in die Handlung eingebundden werden. Tolle Visualisierung.
- Dorian Gray / 2009: Himmel, bin ich froh, dass Colin Firth hier einen Bart trägt, der ihn entschärft. Eine irre Geschichte - immer wieder.